Orientierungsschema/ Unterrichtsplanung bildnerische Praxis mit Kunstrezeption

Kunstwerke spielen im Kunstunterricht eine wichtige Rolle. Es gilt als vielversprechend, wenn man die bildnerische Praxis mit der Rezeption von Kunst verbindet. Ein bisschen besteht dabei aber immer die Gefahr, den Schülerinnen und Schülern ein Vor-Bild zu präsentieren, das diese dann nachbilden sollen. Dabei gehen natürlich die Effekte von bildnerischer Praxis an Kindern und Jugendlichen verloren. Wer nur nachgestaltet, muss nichts mehr selbst erfinden, durchläuft keine bildnerischen Problemlöseprozesse, hat keine Chance auf kreatives Agieren.

Eine mögliche Lösung besteht darin, die Reihenfolge der Hauptelemente einer Sequenz von der bildnerischen Praxis hin zur Rezeption von Kunst anzulegen. Bei der Methode der Erfahrungsverankerten Rezeption steht die bildnerische Praxis an erster Stelle. Erst nachdem die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeiten abgeschlossen haben, nehmen sie den ersten Kontakt mit einem Kunstwerk auf. Dieses bezieht sich an einem zentralen Punkt auf die eigene Arbeit. Beispielsweise können die Schülerinnen und Schüler ein Stillleben selbst erstellen und anschließend Stillleben von diversen Künstlerinnen und Künstlern betrachten und analysieren.

Die unten angeführten Unterrichtssequenzen beginnen folglich alle mit der bildnerischen Praxis und werden dann in eine Phase der Rezeption überführt. Gemein ist ihnen die Grundvorgehensweise von der Produktion zur Rezeption, sie unterscheidet die Schnittstelle, die die beiden Phasen vereint:
– Motiv/ Thema/ Sujet
– Technik
– Material

Zur Methode der erfahrungsverankerten Rezeption mehr Infos auf dem falkeblog_ [Link]


Orientierungsschema Kunstunterricht Ästhetische Praxis und Rezeption
mit der Schnittstelle Motiv/ Thema/ Sujet
(Erfahrungsverankerte Rezeption)

Einführung

  • Bekanntmachen mit dem Motiv/ Thema (bildlos, Impuls, ggf. fachübergreifend…)
  • Klären der Aufgabenstellung (möglichst Freigabe der Technik)


B I L D N E R I S C H E   P R A X I S

Vorbereitung der Darstellung

  • Entwickeln der Ideen (Skizzen, begleitende Beratung, kooperatives Entwickeln)
  • Besprechung der Einfälle und Vorstellungen im Plenum (Optionen bildnerischer Verfahren konkretisieren)
  • Entscheidung für bildnerisches Verfahren (ggf. auch Entscheidung für kooperatives Arbeiten)
  • Überführung in die Planung und Vorbereitung (Materialien, Werkzeug, Hilfsmittel/ individuell oder gemeinsam)
  • Ggf. Erläuterung zentraler bildnerischer Aspekte (wie Komposition, Kontraste)


Umsetzung des Vorhabens

  • Eigenständige bildnerische Praxis (individuelle Begleitung durch die Lehrkraft)
  • Ggf. Fortführung/ Erweiterung der bildnerischen Praxis                            


Besprechung/ Reflexion

  • Vorstellen der Arbeiten im Klassenverband
  • Klären der gelungenen Aspekte mit Fokus auf der Umsetzung des Motivs
  • Ggf. Einordung in ein Sujet


R E Z E P T I O N

An dieser Stelle gibt es zwei Möglichkeiten: Werkbegegnung mit einem ausgesuchten Werk oder mit mehreren Kunstwerken.

Werkbegegnung mit einem Werk

•            Werk zeigen, erste Äußerungen
•            Bezugnahme zu eigenen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler
•            Informationen zu Werk und Künstler/in
•            Thematisierung der Schnittstelle Motiv/ Thema/ Sujet
•            Inventarisation und Suchbewegungen
•            Arbeitsteiliges Erarbeiten der Spezifika
•            Interpretative Ansätze
•            Bekanntmachen weiterer Werke zum Referenzpunkt

Werkbegegnung mit mehreren Werken

•            Erste Äußerungen
•            Bezugnahme zu eigenen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler
•            Informationen zu Werken und Künstlern/Künstlerinnen
•            Thematisierung der Schnittstelle Motiv/ Thema/ Sujet
•            Vergleichen der unterschiedlichen Herangehensweise
•            Auswahl und Vertiefung eines Werkes
•            Arbeitsteiliges Erarbeiten der Spezifika
•            Interpretative Ansätze zu mehreren Werken


P R Ä S E N T A T I O N

  • Einholen der Bewilligung durch Erziehungsberechtigte
  • Vorbereiten einer kleinen Ausstellung im Schulhaus/ einer Präsentation auf der Schulhomepage
  • Einbezug der Bilder aus der ästhetischen Praxis, dokumentierende Fotos,
    Biografie der/ des Künstlerinn-en/ Künstler-s, weitere Informationen
    Informationen zum Werk/ zu den Werken, Spezifisches zum Motiv/ Thema/ Sujet (z.B. auf Leporello, Plakat…)
  • Organisation der Ausstellung, ggf. Einbezug anderer Klassen oder der Eltern
    Ggf. Hochladen der Texte/ Bilder auf Schulhomepage


Orientierungsschema Kunstunterricht Ästhetische Praxis und Rezeption
mit der Schnittstelle >Technik<
(Erfahrungsverankerte Rezeption)


B I L D N E R I S C H E   P R A X I S

Einführung in das Grundverfahren

  • Zeigen von Einzelschritten der Technik (Ggf. Anschluss an bereits bekannte Technik)
  • Nachvollzug der Schritte
  • Experimentelle Erprobung der technischen Möglichkeiten
  • Besprechung der Technik (Schwierigkeiten, Varianten…)


Anwendung der Technik

  • Besprechung der Einfälle und Vorstellungen
  • Individuelle Motivwahl (incl. Besprechung mit der Lehrkraft)
  • Ggf. Wiederholung zentraler bildnerischer Aspekte (wie Komposition, Kontraste)
  • Überführung in die Planung
  • Ggf. Wiederholung der Technik/en
  • Eigenständige und begleitete Anwendung am Bild/ Werk
  • Besprechung der Ergebnisse/ Zwischenergebnisse


Evtl. Erweiterung der Technik

  • Zeigen alternativer oder erweiternder Schritte
  • Ausprobieren der Erweiterung
  • Anwendung der neuen technischen Komponente im eigenen Bild/ Werk


Besprechung im Plenum

  • Wiederholung der wesentlichen technischen Schritte
  • Individuelle Rückmeldung zur Technik, Gelingen, Schwierigkeiten
  • Fassung der Möglichkeiten der Technik für Bilder/ Werke

R E Z E P T I O N

An dieser Stelle gibt es zwei Möglichkeiten: Werkbegegnung mit einem ausgesuchten Werk oder mit mehreren Kunstwerken.

Werkbegegnung mit einem Werk

•            Erste Äußerungen
•            Bezugnahme zu eigenen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler
•            Informationen zu Werk und Künstler/in
•            Thematisierung der Schnittstelle>Technik<
•            Inventarisation und Suchbewegungen
•            Arbeitsteiliges Erarbeiten der Spezifika
•            Interpretative Ansätze
•            Bekanntmachen weiterer Werke zum Referenzpunkt

Werkbegegnung mit mehreren Werken

•            Erste Äußerungen
•            Bezugnahme zu eigenen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler
•            Informationen zu Werken und Künstlern/Künstlerinnen
•            Thematisierung der Schnittstelle>Technik<
•            Vergleichen der unterschiedlichen Herangehensweise
•            Auswahl und Vertiefung eines Werkes
•            Arbeitsteiliges Erarbeiten der Spezifika
•            Interpretative Ansätze zu mehreren Werken

P R Ä S E N T A T I O N

  • Einholen der Bewilligung durch Erziehungsberechtigte
  • Vorbereiten einer kleinen Ausstellung im Schulhaus/ einer Präsentation auf der Schulhomepage
  • Einbezug der Bilder aus der ästhetischen Praxis, dokumentierende Fotos
    Biografie der/ des Künstlerinn-en/ Künstler-s, weitere Informationen,
    Informationen zum Werk/ zu den Werken, Spezifisches zur Technik (z.B. auf Leporello, Plakat…)
  • Organisation der Ausstellung, ggf. Einbezug anderer Klassen oder der Eltern
    Ggf. Hochladen der Texte/ Bilder auf Schulhomepage


Orientierungsschema Kunstunterricht Ästhetische Praxis und Rezeption
mit der Schnittstelle >Material<
(Erfahrungsverankerte Rezeption)

B I L D N E R I S C H E   P R A X I S

Bekanntwerden mit dem Material

  • Einführung/ Vorstellen des Materials
  • Ggf. Beschaffung des Materials (z.B. durch Sammeln)
  • Ggf. Sicherheitshinweise/ Verhaltensregeln
  • Ggf. eigene Herstellung des Materials (z.B. Farbe, Knete)
  • Ausführliches Experimentieren mit dem Material, ggf. unter Einbezug von Werkzeug
  • Ggf. Recherche zum Material
  • Fassung der Ergebnisse aus der Vorphase (Materialverhalten, Bearbeitungsmöglichkeiten)


Einsatz des Materials in ästhetischer Praxis

  • Impuls zur Entwicklung eigener Ideen für eine ästhetische Praxis mit dem Material
  • Entwickeln der Ideen und Skizzieren der Überlegungen, individuelle Motivwahl
  • Besprechung der Einfälle und Vorstellungen
  • Ggf. Einschub zur Klärung der Technik:
    • Zeigen von Einzelschritten der Technik (Ggf. Anschluss an bereits bekannte Technik)
    • Nachvollzug der Schritte
    • Experimentelle Erprobung der technischen Möglichkeiten
    • Besprechung der Technik (Schwierigkeiten, Varianten…)
  • Ggf. Wiederholung zentraler bildnerischer Aspekte (wie Komposition, Kontraste)
  • Überführung in die Planung und Organisation
  • Eigenständige und begleitete Anwendung am Bild/ Werk
  • Besprechung der Ergebnisse/ Zwischenergebnisse


Besprechung im Plenum

  • Vorstellen der Arbeiten unter Fokussierung des Materials (aber auch Darstellungsidee, technische Vorgehensweise, Schwierigkeiten etc.)
  • Individuelle Rückmeldung durch Plenum und Lehrkraft


R E Z E P T I O N

An dieser Stelle gibt es zwei Möglichkeiten: Werkbegegnung mit einem ausgesuchten Werk oder mit mehreren Kunstwerken.

Werkbegegnung mit einem Werk

•            Erste Äußerungen
•            Bezugnahme zu eigenen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler
•            Informationen zu Werk und Künstler/in
•            Thematisierung der Schnittstelle>Material<
•            Inventarisation und Suchbewegungen
•            Arbeitsteiliges Erarbeiten der Spezifika
•            Interpretative Ansätze
•            Bekanntmachen weiterer Werke zum Referenzpunkt

Werkbegegnung mit mehreren Werken

•            Erste Äußerungen
•            Bezugnahme zu eigenen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler
•            Informationen zu Werken und Künstlern/Künstlerinnen
•            Thematisierung der Schnittstelle>Material<
•            Vergleichen der unterschiedlichen Herangehensweise
•            Auswahl und Vertiefung eines Werkes
•            Arbeitsteiliges Erarbeiten der Spezifika
•            Interpretative Ansätze zu mehreren Werken


P R Ä S E N T A T I O N

  • Einholen der Bewilligung durch Erziehungsberechtigte
  • Vorbereiten einer kleinen Ausstellung im Schulhaus/ einer Präsentation auf der Schulhomepage
  • Einbezug der Bilder aus der ästhetischen Praxis, dokumentierende Fotos
    Biografie der/ des Künstlerinnen/ Künstlers, weitere Informationen,
    Informationen zum Werk/ zu den Werken, Spezifisches zum Material (z.B. auf Leporello, Plakat…)
  • Organisation der Ausstellung, ggf. Einbezug anderer Klassen oder der Eltern
    Ggf. Hochladen der Texte/ Bilder auf Schulhomepage