Impulse für ästhetische Praxis

Farbstoff aus Walnussschalen
Im Herbst können wieder Walnüsse gesammelt werden. Aus den Schalen lässt sich relativ leicht ein schöner brauner Farbton gewinnen.

  • Walnussschalen (weiche Ummantelung, am Tag zuvor in Wasser einweichen)
  • Herdplatte
  • Topf
  • Alter Kochlöffel
  • Gummihandschuhe
  • Pinsel
  • Papier/ Skizzenhefte

Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern werden Walnüsse gesammelt und die Schalen entfernt. Der braune Farbstoff kommt hier bereits zum Vorschein. Beim weiteren Arbeiten mit den Schalen ist es gut, Gummihandschuhe zu tragen, um ein Abfärben auf die Haut zu verhindern.

Die Schalen klein schneiden und am besten über Nacht in ein wenig Wasser einweichen lassen. Gute Ergebnisse lassen sich auch erzielen, wenn die Schalen zunächst getrocknet werden. Das bedeutet, man kann die Schalen im Herbst sammeln, klein schneiden, trocknen und später im Schuljahr nutzen, wenn es inhaltlich oder vom Zeitfenster her passt. Schalen klein schneiden und in der Sonne z.B. auf dem Pausenhof zum Trocknen auslegen. Getrocknete Schalen müssen auf jeden Fall über Nacht im Wasser einweichen. Das Volumen der Schalen nimmt dann stark zu.
Mit Wasser wird der Schalensud nun noch erhitzt. Je länger die Schalen ausgekocht werden, umso intensiver wird der Farbton. Zwischendurch werden Farbproben für die Skizzenhefte gemacht. Bei gutem Wetter bietet es sich an alles im Freien zu machen.

Alternativ oder erweiternd können auch die Blätter von Walnussbäumen genutzt werden. Das Vorgehen ist gleich dem Extrahieren des Farbstoffes mit Walnussschalen.

Fächerzusammenführend kann die Tinte im Rahmen des Lehrinhaltes >Wald</ >Bäume< hergestellt werden.

8 Sachen machen mit selbst hergestelltem Farbstoff

  • Zeichnen mit Farbstofftinte
  • Zeichnen mit selbst geschnittenen Griffeln (z.B. Bambus)
  • Kolorieren von Zeichnungen mit verschiedenen Farbintensitäten
  • Großformatiges Zeichnen auf großen Papierbögen
  • Einfärben von Stoffen
  • einfache Drucke mit der Walnusstinte erstellen (z.B. Moosgummiplatten)
  • Einfärben selbst gegossener Kreide
  • Mischen mit anderen Tinten

Weitere 100 Sachen finden Kinder und Jugendliche von alleine…


 

Her mit der Knete!
Es wird zu wenig plastiziert im Kunstunterricht. Dabei kann es so einfach sein: Plastizieren mit Knete.
Mit selbst hergestellter Knete macht das Plastizieren richtig Spaß. Leicht kann das Grundrezept variiert werden und bunte Knete produziert werden. Mit der Knete können Filme gedreht werden, Figuren geformt werden etc.

Grundrezept
Zur Herstellung von Knete braucht man im Grundrezept… [Das Grundrezept für Schülerhand sowie Rezepte für bunte Knete können hier runtergeladen werden.]

Zutaten

  • 500g Mehl
  • einen halben Liter heißes Wasser
  • 250g Salz
  • 3-4 EL Speiseöl
  • 2-3 Esslöffel Zitronensäure


Equipment

  • 2 Schüsseln (alternativ Töpfe)
  • Rührlöffel
  • Brettchen
  • Wasserkocher
  • Gefrierbeutel oder Schraubglas zur Aufbewahrung
  • Einfaches Werkzeug zum Bearbeiten [Holzstäbchen, kleine Löffel, alte Messerchen]


Verfahren
Wasser kochen, in einen Topf/ eine Schüssel gießen, Zitronensäure und Salz dazugeben und gut verrühren.

  • Wasser kochen, in einen Topf/ eine Schüssel gießen, Zitronensäure und Salz dazugeben und gut verrühren.
  • Der Flüssigkeit das Speiseöl zugeben und mit dem Mehl verrühren.
  • Wenn die Masse nicht mehr zu heiß ist, Teig gut durchkneten. Ist die Knete zu weich, kann Mehl dazu gegeben werden. Wird sie zu spröde, einfach Öl hinzugeben.

Dieses Grundrezept kann variiert werden, indem das heiße Wasser durch Flüssigkeiten wie Karottensaft (ergibt gelbe Knete), Kirschsaft (rote Knete) ersetzt wird oder durch Zugabe von Tinte eingefärbt wird.

Die Herstellung ist in einer Schulstunde machbar und gibt viel Spielraum für das Ausprobieren und Experimentieren. Zur Aufbewahrung Knete luftdicht [Einmachglas oder Gefrierbeutel] verpacken und im Kühlschrank aufbewahren.

Tipp: Küchenbrettchen oder Folie von Schnellhefter als Unterlage nehmen, um Fettabdrücke auf der Schulbank zu vermeiden.

Ästhetische Praxis mit Knete

Knete eignet sich hervorragend für verschiedene Formen ästhetischer Praxis:

  • Farben mischen
  • Figuren formen
  • Negativabdrücke von Objekten machen
  • Masken formen
  • Trickfilme oder gifs  etc.

Weitere 100 Sachen finden Kinder und Jugendliche von alleine…

knete im glas
Knete im Glas… ganz einfach aufbewahren!

Folgende Kompetenzen können beim Herstellen von Knete und dem Plastizieren damit aufgebaut oder geschult werden: [als pdf zum Download]

 


 

Zeichnen auf dem Schulhof mit eigener Kreide

Zeichnen ist eine Form ästhetischer Praxis, die trotz ihrer Einfachheit in der Umsetzung immer weniger im Unterricht realisiert wird. Eine einfache Möglichkeit, dass Kinder/ Jugendliche motiviert zeichnen, besteht im Zeichnen auf dem Schulhof mit Kreide.
Dazu wird die Kreide zunächst gemeinsam hergestellt. Jeweils zu zweit wird dazu eine Kreide produziert. Gebraucht werden pro Kreide/ pro PA

  • 1 Tasse voll Gips
  • Dispersionsfarbe
  • wenig Wasser
  • Spülmittel
  • Gipsbecher o.Ä. zum Anrühren der Masse
  • Kunststoffbecher als Form
  • Löffel zum Umrühren
  • Unterlage (z. B. Zeitungen)

Entweder gleich im Freien arbeiten oder Arbeitsplätze mit Zeitung abdecken. Mit wenig Wasser wird die Dispersionsfarbe (billige aus dem Baumarkt tut es locker) in einem Gipsbecher verrührt. Alternativ zum Gipsbecher können auch andere Schälchen, alte Dosen etc. verwendet werden. In das Farb-Wasser-Gemisch (ca.100ml) wird nun nach und nach der Gips gegeben und vermengt. Wenn sich eine pastose Konsistenz ergeben hat, wird das Gemisch in einen Kunststoffbecher gegeben. Indem man dessen Innenwand zuvor mit einem Hauch Spülmittel benetzt, lässt sich die feste Kreide leichter ablösen. Ist dieser sehr glatt, kann auf das Spülmittel verzichtet werden. Etwa nach einem Tag kann die Kreide aus dem Becher gelöst werden.

Auf dem Schulhof kann nun mit der Kreide gezeichnet werden. Die Schultafel sollte damit nicht beschrieben werden! Thematisch kann dieses Zeichnen nach einer Phase des Ausprobierens angeleitet werden, um Motive, die der Lehrplan vorgibt oder die fachübergreifend relevant sind, bildnerisch umzusetzen.

Da immer zwei Schülerinnen/ Schüler eine Farbe haben, ist es notwendig, die Kreiden untereinander zu tauschen. Selbstverständlich kann dieser Basisimpuls vielfältig verändert und erweitert werden: Jeder stellt eigene Kreide her, in Gruppen werden mehrere Kreiden hergestellt, andere farbgebende Substanzen (Blaukrautsud, Temperafarben…) werden zugemischt und ausprobiert, andere Formen werden zum Gießen genutzt…

8 Sachen machen beim Herstellen von Kreide und Zeichnen mit dieser…

  • Eiswürfelbehälter als Gussform nutzen
  • Gewürze als Farbgeber beimischen (Curry, Paprika)
  • Ausgepustete Eierschalen ausgießen und fertige Kreide rausschälen
  • Über den Herstellungsvorgang ein Tutorial drehen
  • Andere Formen zum Guss nutzen (Gummihandschuhe, Flaschen…)
  • Große Formate zeichnen auf dem Schulhof
  • Etwas zeichnen, in das man sich selbst integrieren kann (Auto zeichnen, selbst reinsetzen…)
  • Zeichnungen auf dem Schulhof fotografieren

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Auf dem Boden zeichnen

Es macht Spaß, mit Kreide auf einer Bodentafel zu zeichnen. Nach anfänglich konservativen Versuchen, wird die Bodentafel mit der Zeit zu einem Experimentierfeld. Der Körper nimmt eine ganz neue Rolle im Zeichenprozess ein. Da die Zeichnungen wieder weggewischt werden, bevor die Tafeln wieder aufgeräumt werden, können sie nach Fertigstellung fotografiert werden. Als Ausdruck oder entwickeltes Foto (zu empfehlen) kann die Zeichnung ins Skizzenheft eingeklebt werden.

Herstellung der Bodentafel

  • 2-3 Holzplatten, ca. 1cm Stärke (Pressspanplatten mit Nut und Feder lassen sich gut verbinden und anschließend wieder auseinandernehmen.)
  • Schmirgelpapier (zur Bearbeitung weicher Kanten, Entfernen von Holzsplittern, Anrauen der Platte)
  • Tafellack (Bedarf nach m²-Angaben auf der Dose)
  • Alter Stock (zum Anrühren des Lacks)
  • Farbrolle für Lack
  • Abtropfbehältnis für Farbrolle
  • Nitro zum Reinigen der Farbrolle
  • Küchenpapier/ alter Lappen
  • Malerkittel/ alte Hose/ alte Schuhe
  • Ggf. Handschuhe
  • Abdeckfolie/ Papier

Wenn der Arbeitsplatz im Freien oder im Innenraum bei guter Belüftung vorbereitet ist, können die Holzplatten mit dem Tafellack bestrichen werden. Dies können einzelne Schülerinnen und Schüler auch selbst machen. Nach dem Trocknen sollte man schauen, ob alle Flächen gut deckend gestrichen sind. Möglicherweise sollte eine zweite Schicht darübergestrichen werden. Wichtig ist, dass dies erst nach dem Durchtrocknen der ersten Ebene geschieht (Trockendauer beachten, Dauer kann von Lack zu Lack variieren).

Nun ist die Tafel einsatzbereit. Wenn im Klassenzimmer nicht ausreichend Platz ist, stehen vielleicht von Durchgangsverkehr freie Flächen im Schulhaus nahe dem Klassenzimmer zur Verfügung. Ab der vierten Jahrgangsstufe können zwei Schülerinnen und Schüler die Tafeln auf abgesprochenen Feldern zusammenstellen und nach Gebrauch wieder aufräumen.

Werden die Tafelplatten entlang der langen Seite im 90-Grad-Winkel aneinandergestellt (die aufrechte Platte lehnt an einer Wand oder einem Tisch), können sie als Hintergrund für Trickfilme oder für Fotos von Werkstücken genutzt werden.
Die Lagerung erfolgt am besten eben oder auf die lange Seite gestellt. So können die Platten nicht umfallen.

8 Sachen machen, mit der Bodentafel…

  • darauf legen und Körperumrisse zeichnen
  • mit dem großen Lineal von der Wandtafel geometrische Figuren zeichnen
  • den Schatten der Klassenkameradin nachspuren
  • einen Zeichentrickfilm mit gezeichneten Figuren erstellen
  • Meer und Hafen für ausgelegte Papierschiffe zeichnen
  • Gegenstände auflegen und Formen umfahren
  • donnerstags nur mit links zeichnen
  • die Kreide zwischen die Füße klemmen und Fußzeichnungen machen.

Weitere 100 Sachen finden Schülerinnen und Schüler von alleine…

 


 

Farbstoff aus Hagebutten extrahieren

Im Herbst und bis in den Spätherbst hinein können mit den Schülerinnen und Schülern Hagebutten gesammelt werden. Wenn man aufmerksam ist, findet man sie meist im Umfeld der Schule. Die Früchte können auch eingefroren werden, um sie später im Schuljahr zu verwenden.

Gebraucht werden:

  • Messer
  • Brettchen
  • Kochplatte
  • Topf
  • Holzlöffel
  • Sieb
  • Napf oder Glas zum Abfüllen.

Die Hagebutten werden gesammelt und von allen Stielen und Blättern befreit. Halbiert lassen sich die Früchte mit ein wenig Wasser in einem Topf auskochen. Je länger die Früchte kochen, umso tiefer wird der Farbton. Neugierige Schülerinnen und Schüler dürfen zwischendurch Farbproben machen. Je länger der Farbton einkocht, umso intensiver wird er.

Abschließend wird die Masse gesiebt und die gewonnene >Farbe< auf verschiedene Näpfe verteilt. Die >Farbe< eignet sich gut, um Zeichnungen zu kolorieren.
Wer seine Schülerinnen und Schüler gerne experimentieren lässt,  lässt weitere Früchte auskochen. Das Grundprinzip ist meist das Gleiche.

8 Sachen machen beim Hagebutten auskochen..

  • probieren, ob die Kerne am Rücken wirklich jucken
  • immer wieder an der Masse riechen
  • ein kleines bisschen blaue Tinte in den Sud geben
  • mit einem Stückchen roter Beete auskochen
  • Sud in Eiswürfelformen geben und nach Gefrieren damit malen
  • orange Objekte sammeln und die Farben mit der Hagebuttenfarbe vergleichen
  • Hagebutten zeichnen und mit neuer Farbe colorieren
  • den gesamten Vorgang ins Skizzenheft zeichnen und notieren.

Weitere 100 Sachen finden Schülerinnen und Schüler von alleine…