Dokumentation und Präsentation

Temporär oder dauerhaft?
Präsentationen können temporär oder dauerhaft konzipiert sein. Kinder und Jugendliche sind einerseits stolz, wenn ihre Arbeitsprozesse und Arbeitsergebnisse öffentlich ausgestellt und gewürdigt werden, andererseits möchten sie ihre Arbeitsergebnisse (besonders, wenn sie diese selbst als gelungen empfinden) auch oft gerne gleich mit nach Hause nehmen und in ihrem Besitz haben. Meist werden Schülerarbeiten temporär in einem Zeitrahmen von 2-4 Wochen ausgestellt, was für die meisten Kinder und Jugendlichen kein Problem darstellt. Sollen Arbeiten dauerhaft in der Schule als Präsentationen verbleiben, muss dies vorab mit den Kindern und Jugendlichen besprochen werden, um die Akzeptanz und das Verständnis für den Verbleib der Arbeiten in der Schule zu fördern. Ferner muss beim dauerhaften Verbleib von Schülerarbeiten auch ein Augenmerk auf eine geschützte Präsentationsform (stabiler Rahmen, absperrbare Vitrine, Lackbeschichtung…) sowie den Präsentationsort der Arbeiten (Vermeiden von permanenter Sonneneinstrahlung, Überlegungen hinsichtlich der Materialität, hinsichtlich der räumlichen Hängung/ Installation, ggf. dem Errichten von zusätzlichen Barrieren oder von Verbotsschildern „Bitte nicht anfassen“), gerichtet werden, um Schäden an den Arbeiten zu vermeiden. Für das temporäre Ausstellen von Schülerarbeiten müssen diese Überlegungen nicht in dieser Tragweite reflektiert werden. Weiterhin muss jedoch für temporäre sowie für dauerhaft konzipiert gedachte Schülerarbeiten gleichermaßen bedacht werden, dass der Brandschutz in den Schulen auch zur Beachtung notwendiger Regeln eines sachgemäßen Umgangs mit Kunstwerken zwingt.

Prozess und Produkt
Geht man mit einem aufmerksamen Blick durch Schulgebäude, so fällt auf, dass dort fast ausschließlich bildnerische Produkte präsentiert werden. Wie diese bildnerischen Produkte entstanden sind, darüber erfahren Kinder/ Jugendliche nur über den Dialog mit anderen Kindern/ Jugendlichen und das auch nur, wenn die Künstler selbst bereitwillig über ihren Arbeitsprozess sprechen oder manche Kinder/ Jugendlichen schon einmal in ähnlicher Weise nach einem bildnerischen Ausdruck in dieser Form gesucht haben. Es wäre daher erstrebenswert, nicht nur fertige Schülerergebnisse zu präsentieren, sondern auch die Prozessqualitäten als Teil der Präsentationen sowie auch den Dialog mit den entstandenen Werken transparent zu machen.

Möglichkeiten stellen dabei dar:

  • Prozessdokumentation mittels Fotos
  • Prozessdokumentation mittels Film
  • Prozessdokumentation mittels stop motion
  • Prozessdokumentation mittels Tonaufzeichnung (Kopfhörer)
  • Prozessdokumentation mittels Skizzenbüchern
  • Prozessdokumentation mittels Mind Maps
  • Dialog mittels post-its
  • Dialog mittels Postkarten mit Gedankenimpulsen
  • Dialog mittels Künstlerinterview
    (1x monatlich, Vorviertelstunde)
  • Dialog mittels Tonaufzeichnung: Meine Gedanken für dich

 

 

 

Vielfältige Präsentationsorte nutzen
Denkt man über die Präsentation von Schülerarbeiten nach, so kommt vielen Lehrkräften zunächst das eigene Klassenzimmer in den Sinn. Jedoch sollte auch über Orte außerhalb des Klassenzimmers nachgedacht werden. Die folgende Übersicht versteht sich als offene, zu erweiternde Liste an Präsentationsorten für Schülerergebnisse:

  • Ausstellung im Klassenzimmer
  • Ausstellung im Schulhaus (Rahmen, Stellwänden, Vitrinen, Fußspuren, an ausstellungsuntypischen Orten…)
  • Ausstellung an außerschulischen Orten (u.a. Stadtbibliothek, Kindermuseum, Bildungseinrichtung, Kirche…)
  • Ausstellung in der Natur
  • Digitale Ausstellung auf der Homepage